Lampides boeticus (Grosser Wanderbläuling, Geschwänzter Blasenstrauchbläuling)
EuropaItalien
Allgemeine Infos
Familie: Lycaenidae (Bläulinge); Der Grosse Wanderbläuling ist ein ausgesprochen wanderfreudiger Tagfalter. Er ist in Afrika, Südeuropa, Asien und Australien weit verbreitet. Besonders häufig begegnet man ihm im Mittelmeerraum.
Kennzeichen und Grösse
Flügelspannweite: 24–34 mm. Die Männchen besitzen eine violettblaue Flügeloberseite mit schmalem dunklem Rand. Bei den Weibchen ist der Braunanteil grösser. Die Flügelunterseiten sind hell graubraun mit zahlreichen feinen, weisslichen Wellenlinien. Charakteristisch sind die beiden auffälligen, orange und schwarz gefärbten Augenflecken sowie die dünnen Schwänzchen an den Hinterflügeln. Die Augenflecken und die beweglichen Schwänzchen bilden einen falschen Kopf. Sie können Fressfeinde dazu verleiten, statt des wirklichen Kopfes das Hinterende der Flügel anzugreifen. Der Falter hat dadurch eine grössere Chance, einem Angriff zu entkommen.
Lebensraum und Verbreitung
Die Art bevorzugt warme, sonnige Lebensräume, insbesondere trockene Wiesen, Gebüsche, Gärten und landwirtschaftliche Flächen. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an Blütenknospen und jungen Hülsenfrüchten verschiedener Schmetterlingsblütler (Fabaceae) ab. Wichtige Nahrungspflanzen sind Blasenstrauch (Colutea arborescens), Erbsen, Bohnen und verschiedene Ginsterarten. Die Raupen fressen bevorzugt Blüten und unreife Samen. Häufig leben sie verborgen im Inneren der Hülsen. Dadurch können sie gelegentlich auch Schäden an landwirtschaftlich genutzten Hülsenfrüchten verursachen. Die Entwicklung vom Ei zum Falter dauert unter günstigen Bedingungen etwa vier bis sechs Wochen. Mehrere Generationen pro Jahr sind möglich. Lampides boeticus ist ein typischer Wanderfalter. In Südeuropa, insbesondere auch auf Sizilien, ist er regelmässig anzutreffen. In warmen Regionen können mehrere Generationen entstehen. In der Schweiz erscheint er hauptsächlich als seltener Zuwanderer aus dem Süden. Gelegentliche Beobachtungen gibt es auch nördlich der Alpen, beispielsweise in der Zentralschweiz. Eine dauerhaft etablierte Population ist dort nicht bekannt. Foto: I, Sizilien, Palermo, 24.9.2026.
Die Raupen können von Ameisen besucht und betreut werden. Sie besitzen spezielle Drüsen, deren zuckerhaltige Ausscheidungen für Ameisen attraktiv sind. Im Gegenzug können diese die Raupen gegenüber gewissen Fressfeinden schützen.
