Pyrrhocoris apterus - Werkzeuge und Chemie-Labor im Körper (Feuerwanzen, zum Teil mit Missbildungen)
EuropaSchweiz
Allgemeine Infos
Gehört zur Familie der Feuerwanzen (Pyrrhocoridae)
Kennzeichen und Grösse
Schwarz/rot gezeichnet (nie weiss); erwachsene Tiere mit zwei kreisrunden schwarzen Zeichnungen und zwei kleinen Flecken auf dem Rücken; verkürzte Flügel; Körperlänge 9-12 mm
Lebensraum und Verbreitung
Eine der häufigsten Wanzen, die bereits an warmen Februartagen bis in den Spätherbst angetroffen werden kann.Flugunfähig, lebt sehr gesellig (vor allem Jungtiere) am Boden, an Stämmen oder auf Steinen, vorwiegend in Nähe von Linden und Robinien. Foto 1: 12.6.06, CH, TI, Solduno, 230 m; Foto 2: 19.8.07, CH, SG, Wartensee; Foto 3: 12.11.06, CH, TI, Solduno, 230 m, Gruppenbildung; Foto 4: 19.8.07, CH, SG, Wartensee, Junggruppe; Foto 5: 13.7.05, CH, TI, Solduno, Gruppenbildung; Foto 6 - 8: CH, TI, Gordola, 340msm, 24.4.2021; Foto 9 - 11: CH, TI, Orselina, 450msm, 4.4.2021; Foto 12: D, Kaiserstuhl, Liliental, 8.9.2021 mit Deformation (vermutlich eine Missbildung, die beim Schlüpfen entstanden ist und bei Wanzen hie und da auftreten kann; vergleiche dazu Zeichnungen von Cornelia Hesse-Honegger: https://de.wikipedia.org/wiki/Cornelia_Hesse-Honegger); Foto 13: CH, SG, St. Gallen, 650msm, 3.6.2022, Nymphe; Foto 14 - 16: D, überlingen (Bodensee), an Malven, 12.10.2022; Fotos 17 - 20: CH, SG. St. Gallen, 20.6.2023, Nymphen, auf Foto 17 mit erbeuteter Ameise, auf Foto 18 und 19 mit Larve von Ameise; Foto 21 - 23: grosse Ansammlungen von Feuerwanzen kann man vor allem an Linden sehen. Paris, F, 18.3.2023; Foto 24 und 25: CH, SG, St. Gallen, 650 m, 27.4.2023, Paarung; Foto 26: CH, SG, St. Gallen, Missbildung, 14.9.2022; Foto 27: CH, TI, Bignasco, Maggiatal, 5.11.2023; Foto 28 - 30: CH, TI, Gudo, 400 m, 16.2.2024; Foto 31 - 33: Nymphen saugen eine Fliege aus; CH, SG, St. Gallen, 650 m, 26.5.2024; Foto 34 - 36: Nymphen saugen eine kleine Ameise aus; CH, SG, St. Gallen, 650 m, 26.5.2024; Foto 37 und 38: CH, SG, St. Gallen, 650 m, 18.7.2025, Feuerwanze saugt Biene aus; Foto 39 und 40: CH, ZH, Halbinsel Au, 30.7.2025, Missbildung von Feuerwanze; Foto 41: CH, SG, Wartensee, 20.8.2007; Foto 42 - 45: CH, SG, St. Gallen, 650m, 27.2.2026 - saugen Hibiscussamen aus (verwandt mit Linden, deren Samen sie dank ihrem speziellen stechend-saugenden Mundrüssel durchstechen können. Sie injizieren ein zersetzendes Sekret (Speichel mit Verdauungsenzymen) direkt in den Samen. Dieser wird dadurch im Inneren verflüssigt, so dass sie dies dann aufsaugen können. Zudem haben sie im Darm symbiotische Bakterien, die helfen, giftige sekundäre Pflanzenstoffe im Samen abzubauenund fehlende lebensnotwendige B-Vitamine zu produzieren, die in den Samen allein nicht ausreichend vorhanden sind. Sie haben also nicht nur ein Werkzeug, sondern auch ein Chemie-Labor im Körper.
Ernährt sich hauptsächlich von Samen, vor allem von Linden- und Robiniensamen, und toten Insekten; überwintert und sonnt sich an warmen Spätherbst- oder Vorfrühlingstagen. Auf Foto 9 - 11 sieht man sie, wie sie eine (giftige) Prozessionsraupe aussaugen, auf weiteren Fotos sieht man wie sie verschiedene Insekten aussaugen.












































