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HEINRICH SEIDEL (1842 - 1906)
Heinrich Seidel (1842 - 1906) Heinrich Friedrich Wilhelm Karl Philipp Georg Eduard Seidel war deutscher Ingenieur und Schriftsteller. Er war Sohn eines Pfarrers, studierte Maschinenbau, konstruierte Bahnanlagen etc. Ab 1880 arbeitete er nur noch als Schriftsteller.

Foto © André Mégroz

 

Wie schön ist doch das Fliegen

Die Schmetterlinge fliegen -
Um bunte Blumen schweben sie,
Im Sonnenscheine leben sie
In linder Luft
Und lauter Duft.
Sie flattern und sie kosen
Und küssen alle Rosen.
Der Schmetterling, das leichte Blut,
Der hat es gut!
Die schlanken Schwalben fliegen -
Durch blaue Lüfte streifen sie,
Um stolze Thürme schweifen sie.
Im Herbste ziehn sie fort und fliehn
Weit über Meer und Hügel
Zum Süd mit leichtem Flügel,
Wo Palmen und Orangen blühn
Im ew'gen Grün.
Die edlen Falken fliegen -
Hoch über Wolken reisen sie,
In Aetherhöhen kreisen sie,
Wo auf die Welt
Vom Himmelszelt
Sie stolz herniederschauen
Auf Wälder, Seen und Auen
Als Herrscher in dem Luftrevier
Ob dem Gethier.
Wie schön ist doch das Fliegen! -
Doch was geschah?
Die Schwalbe fing
Mit einem Mal den Schmetterling,
Der Falk im Flug
Die Schwalbe schlug,
Die Büchse hört ich knallen,
Den Falken sah ich fallen,
Und mit dem Fliegen war's vorbei -
Ich dacht: "Ei, ei!"

Quellennachweis "Neues Glockenspiel", Gedichte

Frühlingsbote

Der Frühling weiß zu finden
Mich tief in Stadt und Stein,
Gießt mir ins Herz den linden
Fröhlichen Hoffnungsschein.
Manch' grüne Wipfel lauschen
Zwischen den Dächern vor,
Ein Lerchenklang durch's Rauschen
Der Stadt schlägt am mein Ohr.
Ein Schmetterling als Bote
Flattert im Wind vorbei,
Hinschwebend über das tote
Steinerne Einerlei.

André Mégroz, Quellenstrasse 10, 9016 St. Gallen, E-Mail: insects@bluewin.ch, Tel. 071 288 39 67
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